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Live-Informationen zur Expedition Manaslu

Sei dabei und verfolge den Verlauf der Speedbegehung des Manaslu. Mit aktuellen Berichten und Fotos versorgen Euch Beni und Basti täglich per Sateliten-Telefon.

Basti Beni Nico
Basti & Family

12.10.2007 - Rückkehr



Wir sind wieder da!

BASTI und BENEDIKT
Basti
Beni

08.10.2007 - Basecamp

Heute morgen um 6.00 Uhr schrie Mischu, der Schweizer Bergfuehrer: It's over boys! Es hatte wieder die ganze Nacht durchgeschneit und unsere Zelte waren komplett schneebedeckt. Wir respektieren Mischu sehr. Er hat bereits vier 8.000er erfolgreich bestiegen. Darunter auch den K2 und zusammen mit Hans Kammerlander den Broad Peak. Er hat seine Truppe bis zum Ende motiviert und wie wir bis zuletzt an einen Gipfelerfolg geglaubt. Uns war klar, dass die Expedition somit auch fuer uns zu Ende ist. Nicht nur, weil wir die letzte Fluggelegenheit per Hubschrauber aus diesem Drecksloch mit den Schweizern nuetzen muessen, sondern auch, weil die Lawinengefahr hier einfach viel zu hoch ist. Gestern und vorgestern mussten die Schweizer- Sherpas wegen White- Out und zu starkem Schneefall auf dem Weg zu Lager I umdrehen. Heute boten wir den Schweizern an, wenigstens ihr Lager I abzubauen, da wir uns mit Skiern schnell ueber den vielen Neuschnee bewegen koennen. Als wir oben ankamen, sahen wir wieder mal kein einziges Zelt. Der Schnee hatte das komplette Lager wieder einmal begraben. Wir schaufelten 3 Stunden und schlitzten die kaputten Zelte auf. Wenigstens konnten wir den kompletten Inhalt der fuenf Zelte bergen. Nach einigen Stunden Arbeit hatten wir die schwersten und groeßten Rucksaecke auf dem Ruecken, die wir jemals in dieser Hoehe getragen hatten. Irgendwie erreichten wir dann das CH- Basislager. Hier war bereits alles abgebaut. Mischu hatte auf uns gewartet und wir schauten uns nur in die Augen - es war alles gesagt.

Wir hatten Glueck, da wir bereits vor der Speedbegehung unsere komplette Logistik abgebaut hatten. Ueberhalb von 6.200m liegen ca. 30.000 Euro Schweizer Material unter dem Schnee begraben. Die Nepalis hier sagen, dass der Monsum dieses Jahr extrem lange ist. Wenn wir jetzt zum Gipfel des Manaslu schauen, sehen wir riesige Windrosen. Der Jetstream scheint voll drin zu sein und das Wetter ist weiterhin schlecht gemeldet.

Kein Bergsteiger konnte diesen Herbst den Gipfel erreichen. Wir sind mit knappen 7.400m an den hoechsten Punkt gelangt - eine fuer uns schwache Ausbeute.

Expeditionsbergsteigen kann man vergleichen mit einem 2-monatigen Aufenthalt im Kuehlschrank, waehrenddessen man staendig 100 Euro Scheine verbrennt. Zitat: Reinhard Karl - dt. Extrembergsteiger

Wir kommen nach Hause...

BASTI und BENEDIKT
Mischu Wirth

07.10.2007 - Schnee, Schnee, Schnee...

Nachdem es die ganze Nacht durchgeschneit hat, haben sich die Schweizer dazu entschlossen erst einen Tag spaeter, am 8.10.07 Richtung Lager aufzubrechen - wenn es die Konditionen zulassen. Die Lawinengefahr ist heute noch zu groß. Letzte Nacht ging wieder eine Druckwelle einer grossen Lawine durch das Lager. Hier geht es absolut an die nervlichen Grenzen. Wir koennen das Geraeusch von Schneefall nicht mehr auf den Zeltplanen hoeren. Wieder alles nass, kalt und feucht und gefangen im nassen Zelt. Manchmal ist man ganz kurz davor durchzudrehen. Dazu ruft heute auch noch unser Ex-Team Hubert und Nicolas von Muenchen aus an. Sie sind heute frueh angekommen. Man fragt sich wie man so dumm sein kann und was uns dazu bringt, seinen Urlaubstag nachdem anderen im Zelt auf so einer kranken Expedition verbringen kann. Die ganze auftrainierte Fitness wandelt sich in Traegheit und Motivationslosigkeit um. Morgen ist die letzte Chance. Wenn es dann weiterschneit ist die Expedition zu Ende und uns bleibt nur der Trost, dass wir alles moegliche an diesem abgewichsten Berg probiert haben.

BASTI und BENEDIKT

06.10.2007 - Basecamp

Nach der großen Euphorie gestern über einen moeglichen weiteren Gipfelversuch aufgrund guter Wettervorhersage aus der Schweiz, mussten wir heute im voelligen "white out" auf 5300m wieder umdrehen. Es schneit seit gestern Nacht wieder non-stop durch und wir sitzen schon wieder in einem halben Meter Neuschnee. Mit jeder Schneeflocke rueckt der Gipfel in unerreichbare Ferne. Die Haenge über 6000m sind alle wieder sehr lawinengefaehrlich. Wir versuchen hier seit vier Wochen alles, aber der Berg scheint in diesem Herbst keine Menschen in sein Reich zu lassen.
Happy new Year!

BASTI und BENEDIKT
Neue Familie

05.10.2007 - Es wird nie vorbei sein

Es wird nie vorbei sein unser Basislager ist abgebaut, mit den Traegern abtransportiert worden und unser Helikopter fliegt morgen frueh vom Tal aus nach Pokhara. Hubert unserer Kameramann und Nicolas sind schon im Tal. Wir werden nicht dabei sein. Wir haben heute morgen entschlossen, nicht aufzugeben und hier zu bleiben. Wir sind umgezogen zu unserer neuen Familie, den Schweizern. Sie haben uns mit offenen Armen empfangen. Wir sind sehr froh um diese grosszuegige Gastfreundschaft. So haben wir nochmal eine Chance den Gipfel zu erreichen. Wir werden am Dienstag aufbrechen und mit einem Hochlager den Gipfel versuchen. Wir waeren nicht zufrieden gewesen, ohne einen zweiten Versuch nach Hause zu gehen. Wir sind also jetzt im Team der Schweizer und werden gemeinsam mit ihnen den Gipfel versuchen. Das heisst noch eine Woche im "Gefaengnis Basislager". Aber wir haben immer noch grosse Hoffnungen den hoechsten Punkt des Manaslu zu erreichen. Mischu der Expeditionsleiter ist ein Super-Kerl und hat uns sofort angeboten, dass wir bei seiner Gruppe bleiben koennen und auch etwas Logistik mitverwenden koennen ( Kueche, Mannschaftszelt...). Wir hoffen, daß wir Sie auf dem Weg zum Gipfel dafuer bestmoeglich unterstuetzen koennen. Wir haben also nur noch eine Tasche mit unserer Bergausruestung. Alles andere ist auf dem Weg nach Muenchen. Die schweizer Gruppe ist extrem gut drauf. Es sind sieben Jungs die sich selbst die "elderly sportsman" nennen. Sie sind alle zwischen 39 und 47 Jahren. Sie sind jetzt im "Senior-Dynafit-Team.ch". Sie machen sich hier eine sehr gute Zeit und besuchen uns im Anschluss auf unserer Huette in Aschau. Wir fuehlen uns bei ihnen sehr wohl. Die nachsten Tage werden wir versuchen uns nochmal richtig auszuruhen und uns wieder fit zu machen fuer den naechsten Gipfelversuch. Die Manaslu-Ski-Expedition geht also weiter...

BASTI und BENEDIKT
Verzweiflung

04.10.2007 - Basecamp

Die ganze Expedition stand bis jetzt unter einem schlechten Stern. Bis jetzt haben alle 3 Expeditionen hier nur Rueckschlaege hinnehmen muessen. Ein voellig verwuestetes Basecamp und viele verlorene Zelte und Material in den Hochlagern. Nach den extremen Schneefaellen hatten wir jetzt das Problem von starken Hoehenwinden oberhalb von 7.000 Meter sowie Lawinen. Zudem liegt der Manaslu relativ nahe an der Jetstream-Achse. Die Aussichten auf einen Gipfelerfolg wurden immer schlechter. Doch trotz einer Wettervorhersage aus Innsbruck mit anhaltenden Winden von 50-60 km/h wollten wir unsere letzte Chance fuer eine Speedbegehung wahrnehmen, denn unsere Motivation und Kraefte ließen nach dem langen Warten im „Gefaengnis“ Basislager langsam aber sicher nach. Die Schweizer stiegen gestern wegen Lawinengefahr und starken Winden ab und hoffen auf weitere Chance naechste Woche.

Trotzdem starteten wir gestern Abend, den 3.10.07, exakt um 23.00 Uhr vom Basecamp (4900m) Richtung Gipfel des Manaslu (8163m). Wir kamen die ganze Nacht hindurch trotz extremer Kaelte sehr gut voran. Wegen dem extremen Neuschnee der letzten Tage konnten wir direkt von unseren Zelten mit Skiern starten. Nach 1,50 Std. erreichten wir nach der Gletscherueberquerung bereits das Lager I auf 5700m am Fuße der riesigen Manaslu-Flanke. Nach 3 Std. befanden wir uns im Eisbruch, mit den Skiern am Rucksack, den Steigeisen an den Fuessen und dem Pickel in der Hand. Wir hatten schon die ersten 1000 Hoehenmeter hinter uns. Auf 6200m, um ca.03.00 Uhr morgens zwang uns die Kaelte (ca. -30°C) unsere Daunenjacken und Daunenhandschuhe auszupacken, Ueberhosen anzuziehen und die tauben Fueße zu massieren. Der Großteil unserer Getraenkeflaschen war trotz Isolation schon eingefroren. An dieser Stelle konnten wir wieder unsere Skier anziehen und die großen Lawinenfelder bis 6600m aufsteigen. Langsam begann es zu daemmern und die Morgensonne brachte uns etwas Waerme. Ab 6600m legten wir wieder unsere Steigeisen an. Es war ein staendiger Wechsel zwischen Skiern und Steigeisen. Dann frischte der Wind auf und es wurde trotz Sturmmaske und Sonne noch kaelter. Die endlose Flanke wurde immer steiler und die Seracs immer groeßer. Unser Freund Nicolas wurde leider langsamer und der Abstand immer groeßer. Er rief uns zu, der Gipfel sei fuer ihn zu weit weg und damit unerreichbar. Er beschloss den Nordgipfel des Manaslu zu besteigen. Trotz der widrigen Umstaende der letzten Wochen wuchs gerade in diesem Moment in uns die Ueberzeugung, dass wir diesen Gipfel heute erreichen werden. Obwohl wir spuren mussten lagen wir ja immer noch gut in der Zeit. Es war erst 07.30 Uhr und wir hatten noch den ganzen Tag. Das Wetter war gut und der Wind war noch ertraeglich. Die riesigen Lawinen hatten große Teile der Flanke vom Neuschnee befreit. Wir fuehlten uns gut und blieben in unserem Rhythmus, obwohl wir ueber 7000m unser Tempo etwas reduzieren mussten. Leider fanden wir nicht die ideale Route durch die Seracs und mussten direkt ueber zwei große Eisruecken klettern. Das kostete uns Zeit und Kraft. Kurz vor der Schulter zum Gipfelplateau auf 7400m fanden wir uns schließlich in einem Steilhang mit Massen von Neuschnee und windgepresstem Triebschnee. Auf beiden Haengen waren große Abrisskanten von Lawinen der letzten Tage. Da die Flanke von unten immer sehr blank aussah haben wir mit so etwas nicht gerechnet. Wir hatten ein sehr schlechtes Gefuehl. Die Schneemassen waren voellig unverbunden und wir steckten mittendrin. Bis zur sicheren Schulter, 150m ueber uns wurde der Hang noch steiler. Wir mussten eine Entscheidung treffen und es war schnell klar, dass wir die hohe Todesrate des Manaslu nicht weiter strapazieren wollten. Nach der langen Vorbereitung war es so kurz vor dem Gipfelplateau eine wirklich traurige Entscheidung. Wir schnallten unsere Skier an und fuhren ab. Etwas weiter unten mussten feststellen, dass es die Kanadier noch schlimmer erwischt hatte als uns. Ihr komplettes Hochlager war samt Inhalt von einer riesigen Lawine zerfetzt worden und lag 500m tiefer ueber den ganzen Hang verteilt. Somit hatten Sie Ihre gesamte Ausruestung verloren und mussten Ihre Expedition abbrechen. Wir sind jetzt wieder im Basecamp, erschoepft, muede, deprimiert, aber gesund und unverletzt.

BASTI und BENEDIKT

03.10.2007 - Basecamp

Endlich ist es soweit! Heute Vormittag haben wir eine Entscheidung getroffen: Wir werden heute gegen 21 Uhr unserer Zeit (17.15, Uhr eure Zeit) die Speedbegehung starten. Es ist die erste und einzige Chance, unter den vorherrschenden Bedingungen den Gipfel ueberhaupt zu erreichen. Das Wetter soll zwar stabil bleiben, aber es herrscht immer noch ein wahnsinnig starker Wind in groeßeren Hoehen und um den Gipfel, der sich in den naechsten Tagen auch nicht bessern wird. Am K2 ist er inzwischen schon so stark, dass gar nichts mehr geht. Da wir befuerchten, dass der Wind eher noch staerker wird, haben wir uns entschieden heute loszugehen. Wir sind selbst gespannt, ob es moeglich ist, er wird uns auf jeden Fall erwischen- wenn es nicht mehr geht, dann muessen wir umdrehen. Aber wir werden es auf alle Faelle versuchen. Die Kanadier sind inzwischen auf 6800 Meter. Ihre Zelte sind so zerstoert, dass sie auf keinen Fall dort oben schlafen koennen. Das bedeutet, dass sie heute nach wochenlangem Kampf an diesem Berg zum Aufgeben gezwungen wurden. Sie hatten keine andere Chance. Auch die Zelte der Schweizer sind 3 Meter tief eingeschneit und zerstoert und sie muessen umkehren. Sie wollen aber versuchen, den Gipfel zu einem spaeterem Zeitpunkt zu erreichen. Momentan treffen wir die letzten Vorbereitungen und packen unsere Rucksaecke fuer den Gipfelversuch. Dort oben sind wir auf uns allein gestellt: Keine Lager und keine Verpflegung außer der, die wir dabei haben. Der Weg wird sehr lange werden, von 4900 Meter auf 8163 Meter an einem Stueck. Wir wissen nicht, wie es oben aussieht und ob wie stark der Wind tatsaechlich ist. Jetzt heißt es alles oder nichts. Wir nehmen die Herausforderung an.

BASTI und BENEDIKT
Basecamp Manschaftszelt
Nicos Wäsche
Duschen

02.10.2007 - Basecamp

Heute entspannen wir an einem wunderschoenen Tag in unserem zusammengeflickten Basecamp. Die erste Dusche seit vielen Tagen und endlich die nassen Sachen aufhaengen. Alle Gedanken des Teams drehen sich um die Speed Besteigung. Bis auf eine Hoehe von 6.300m haben wir gestern gespurt. Das schwierigste Stueck durch den Eisbruch. Dennoch bleiben ab diesem Punkt fast noch 2.000 Hoehenmeter bis zum Gipfel des Manalsu. Wir koennen zwar nach dem Eisbruch fast alles mit den Skiern gehen, aber es waere abartig, die 2.000 Hoehenmeter bis zum Gipfel durchzuspuren. Außerdem bleibt die Frage, wie es da oben ausschaut? Was macht der Wind und wie haben sich die Schneemassen gesetzt? Gehen die Schweizer und Kanadier tatsaechlich am Donnerstag zum Gipfel? Sie bewegen sich langsam und Ihre Lager existieren nicht mehr. Sie muessen eine voellig neue Logistik aufbauen. Koennen wir mit einer Zusammenarbeit mit Ihnen rechnen oder sollen wir uns unabhaengig bewegen?

Wir sind bereit und es ist gut moeglich, dass wir morgen um 21.00 Uhr Richtung Gipfel aufbrechen. Morgen Vormittag bekommen wir wieder News vom Wetterbericht und dann wird eine Entscheidung fallen!

Benedikt

BENEDIKT
Neu Spuren im Eisbruch Lager1 Zerstoert
Manaslu

01.10.2007 - Basecamp

Nach acht langen Schlecht-Wetter-Tagen starteten wir heute frueh morgens und spurten bis Lager I. Durch die Schneemassen ist es nun moeglich direkt vom Basecamp mit Skiern loszugehen, was uns sehr entgegenkommt. In Lager I dann die totale Zerstoerung: Die Zelte der Schweizer sind 2,50 Meter tief im Schnee begraben. Fast alles ist zerstoert. Das Lager der Kanadier war einfach nicht mehr da. Das Ausgraben der Zelte erwies sich als sehr anstrengend und dauerte lang. Wir kommen uns vor wie bei den Ausgrabungen in AEgypten- nur ein paar Grad kaelter. Die weitere Route durch den Eisbruch zu spuren war harte Arbeit. Aber dadurch, dass schon sehr viele Lawinen abgegangen sind, sind wir an manchen Stellen „nur“ knietief eingesunken. Wir sind heute bis auf 6300 Meter gekommen (unser Skidepot). Leider konnten wir unser Skier trotz zwei Stunden intensiven Grabens nicht mehr finden. Es ist einfach zu viel Schnee da oben. Zusaetzlich viele Lawinen, die die Position der Skier veraendert haben koennten. Das war wirklich ein kleiner Rueckschlag. Gluecklicherweise haben wir noch ein weiteres Paar Skier dabei. Um vier Uhr nachmittags verschwand die Sonne hinter der Schulter des Manaslu und es wurde schlagartig Minus 20-25°C. Wir mussten die Suche nach den Skiern abbrechen und schnell wieder ins Basecamp abfahren. Der Schnee war durchwachsen und meist sehr schwierig zu fahren, aber es war trotz eiskalter Fuesse und Haende ein riesen Spass. Morgen heisst es Ausruhen im Basecamp. Wenn sich die Konditionen nicht veraendern, werden wir am Mittwoch Abend den Gipfelversuch starten. Die Spur bis 6300 Meter ist auf jeden Fall schon mal gelegt und wir blicken dem Gipfeltag mit neuem Selbstvertrauen entgegen!

Basti und Benedikt

BASTI und BENEDIKT
Zerstörtes Lager

30.09.2007 - Phoenix aus der Asche

Hallo @ All

Erst mal vor weg auf der Manaslu Normal Route sind alle wohl auf, den Kanadier, Schweizern und uns geht's prima. Es herrscht Wiederaufbaustimmung!

Gestern sind wir nach Sama abgestiegen um uns endlich mal wieder zu Duschen und dem Lagerkoller zu entkommen. Wir waren alle geschockt von den Zustaenden, nur Besoffene und alles ist furchtbar versifft! Dieses Dorf war voller als das ganze Oktoberfest zusammen!!!

Gestern Vormittag wurden wir vom Base Camp angefunkt um uns mitzuteilen, dass durch eine Lawine noch weitere Zelte im Base Camp zerstoert wurden. Wir sind also heute gleich wieder rauf und mussten feststellen, dass dort kein Camp mehr war. Unsere Schlafzelte konnten wir halbwegs bergen, das Mannschaftszelt und das Kochzelt sind einfach platt und erinnern eher an einen ausgetrockneten toten Tierkoerper; Deleted! Das Material Lager ist noch ganze 5cm hoch.

Wir sind dennoch zuversichtlich, und wollen morgen auf Camp I steigen.
Ansonsten alles Gute, es geht immer nach Vorne.

Basti

BASTI

29.09.2007 - Freunde tun sich auf...

Hallo Benedikt und Sebastian,

da aus Schneegruenden Euch nun das Oktoberfest durch die Lappen geht,
wuerde ich Euch gerne nach erfolgreichem Gipfelsturm,
jedoch auch wenn es nicht so klappen sollte wie Ihr Euch das vorstellt,
zu einem Paulaner Weissbier oder auch Warsteiner einladen.

Wir sind eine Muenchner Baufirma, DYWIDAG,
und bauen seit Jahren am Fusse des Manaslu / Anapurna, ein Wasserkraftwerk am Marsyangdi River.
Unsere Baustelle liegt auf der suedwestlichen Seite des Manaslu
bei Phaliya Sangu / Udipur, ca. 7 km von Besisahar (Richtung Dumre) entfernt.
Also beim Abstieg den Circuit weiter gehen Richtung Besisahar, dann kommt Ihr direkt bei uns vorbei.

Unterkunft + Verpflegung free of charge.
Transport zurueck nach Kathmandu oder Phokara kann ich Euch stellen.

Ich druecke Euch weiter die Daumen und hoffe fuer Euch auf bessere Wetterverhaeltnisse.
Derzeit seit Ihr jeden Abend im Gepsraech an unserer Bar.
Die taeglichen updates werden diskutiert.


Wuensche Euch weiterhin alles Gute

Ernst Schmid

Ernst Schmid & Friends

27.09.2007 - INSANE....

Obwohl der Wetterbericht besseres Wetter angesagt hat, schneit es nach wie vor weiter.
Jeder versucht sich hier anders anzulenken und gegen die Langweile anzukämpfen. Gerade war ich unten bei den Kanadiern. Sie haben sich heute schon eine Flasche Scotch reingezogen und gehen total ab, sitzen mit glasigen Augen in ihrem Zelt. Sie haben mich gleich mal über den Tisch gezogen, als ich rein kam. Jetzt drehen sie voll durch....
Wir bekommen heute Abend Besuch von den Schweizer und werden gemeinsam essen und danach auf ihrem Laptop Platoon anschauen.
Morgen wollen wir alle vier in das kleine Bergdorf Sama (3400m) abfahren. Der schweizer Sherpa hat mir gesagt, dass es ab 4200 Meter nicht mehr schneit. Wir werden einen DVD-Tag in einer Unterkunft in Sama einlegen und vielleicht haben wir ja auch die Möglichkeit dort zu duschen....

Am Samstag Nachmittag steigen wir wieder auf ins Basecamp (4900 Meter). Ab Sonntag soll das Wetter besser werden. Wir glauben also nach wie vor fest an unseren Gipfelsturm....

Benedikt

BENEDIKT
2 Meter Schnee Zerstörtes Zelt
Nicos Zelt

26.09.2007 - Schneefall seit 48 Stunden

Seit über 48 Stunden schneit es nonstop. Die letzten 24 Stunden waren Horror. Alle zwei Stunden musste das ganze Lager, tagsüber sowie nachts ausgeschaufelt werden. Es ist nicht sehr kalt, deshalb ist alles völlig durchnässt. Ein echter Härtetest für die GORE-TEX® Pro-Shell Jacken. Alles andere an Ausrüstung ist kalt und feucht. Unser Materialzelt und unser Kochzelt wurden beide über Nacht zerstört. Auch unsere persönlichen Zelte stießen an ihre Belastungsgrenze, wie man am Zelt von Nico sehen kann. Unsere beiden Köche haben etwas Angst und fragen schon, wann wir wieder ins Tal absteigen. Aber daran ist im Moment nicht zu denken. Es liegt fast bis ins Tal so viel Schnee, dass ein Abstieg bei den steilen Hängen wegen Lawinengefahr nicht möglich ist. Wir sitzen hier fest. Heute hat das Satelliteninstitut in Innsbruck mitgeteilt, dass am Freitag und Samstag noch mehr Schnee zu erwarten ist. Die Stimmung hier ist also exzellent und alle sind sehr glücklich. Die Kanadier mussten ihren Gipfelversuch abbrechen, die Schweizer und wir sitzen fest. Die Solarzelllen sind alle leer und auch die I-Pods gehen bald nicht mehr. Spätestens jetzt muss man sich auch mal mit sich selbst befassen, und das ist nicht immer einfach bzw. angenehm. Aber auch das ist eine der Herausforderungen einer solchen Expedition. Wir können uns nicht beschweren, wir wollten es ja so und bezahlen sogar Geld dafür. Wir sind also alle happy und sind davon überzeugt, dass wir gemeinsam den Gipfel des Manaslu erreichen, vielleicht Ende nächster Woche. Das Einzige, was uns traurig macht ist, dass wir jetzt definitiv das Oktoberfest verpassen werden. Weihnachtliche Grüße,

Euer Basti

BASTI

25.09.2007 - Schneefall, Schneefall, Schneefall.....

Inzwischen hat es uns im Basecamp richtig fett eingeschneit. Gestern Nacht sind unsere beiden Küchenzelte zusammengestürzt, das Gestänge hat die Schneemassen nicht mehr ausgehalten und ist zusammengebrochen. Gemeinsam mit unseren Köchen haben Basti und Nicolas es geschafft, die Zelte wieder so zu fixieren,  dass sie einigermaßen stabil stehen.
Inzwischen sind auch die Kanadier wieder im Basecamp angekommen, nachdem das schlechte Wetter ihnen beim ihrem Gipfelsturm einen Strich durch die Rechnung gemacht hat. Ziemlich frustrierend, nach der wochenlangen Aufstiegsarbeit, die sie geleistet haben....
Wir werden unsere Kräfte jetzt bündeln und gemeinsam mit den beiden anderen Expeditionen versuchen einen guten Weg zum Gipfel zu finden. Vor allem bei der Spurarbeit müssen wir zusammenarbeiten, um die Schneemassen, die es gerade runterschneit zu bewältigen. Es ist fast schon unheimlich, alle fünf Minuten knallt es gewaltig von den Lawinen, die am Berg weiter oben abgehen. Oben hat es sicherlich ein bis zwei Meter Neuschnee. Hier unten im Basecamp sind wir sicher und wir werden auch erst dann losgehen, wenn es zwei Tage keinen Niederschlag gegeben hat, sonst wäre es aufgrund der hohen Lawinengefahr zu gefährlich.
Der einzige Vorteil, den der Schneefall mit sich bringt, und das ist aber auch der einzige: Wir werden mit den Skiern sicherlich ein Stückchen weiter abfahren können. Ein paar Passagen bleiben immer unbefahrbar, aber die Spalten zwischen Lager I und dem Basecamp müssten jetzt auf alle Fälle zugeschneit sein und somit passierbar. Vorausgesetzt, wir finden unsere Skier wieder, die wir auf Lager II (6200 Meter) deponiert haben. Sie sind zwar markiert, aber die Schweizer haben beim Abstieg schon gesagt, dass man die Markierung nicht mehr sehen kann. Na ja, wir werden sie schon wieder ausgraben....Wir hatten noch Glück im Unglück. Während die anderen Expeditionen noch ihre kompletten Lager oben aufgebaut haben (Zelte, Schlafsäcke, etc.), haben wir schon alles für die Speedbegehung vorbereitet und außer unseren Skier nichts oben gelassen. Die Lager der Schweizer und Kanadier sind in den Schneemassen komplett verschwunden, die werden sie wohl auch nicht wieder finden. Aber genau das sind die typischen Bedingungen am Manaslu.

Ansonsten ist hier unten alle zwei Stunden schaufeln angesagt....langsam drehen wir echt alle bißchen durch mit dem ganzen Schnee. Wir wollen endlich rauf auf den Gipfel, er war schon so nahe. Aber jetzt heißt es erst mal geduldig sein.

Euer Benedikt

BENEDIKT

24.09.2007 - Planänderung

Hallo Zusammen!

Gestern mussten wir überraschenderweise unsere Pläne ändern.
Nachdem wir einen 25kg Rucksack bis auf 6400 Meter geschleppt haben, um dort zu schlafen, informierte uns Karl Gabel, Wettergott des Satelliteninstituts in Innsbruck, dass die Nacht nicht nur unangenehm, sondern auch extrem gefährlich werden würde. Der Wetterbericht war klar- eine Schlechtwetterfront würde über Nacht 30-100cm Schnee bringen. Das bedeutet extrem hohe Lawinengefahr und Orientierungsschwierigkeiten im totalen White-Out (keine Sicht wegen Schnee und Nebel). Wir funkten die Kanadier an, die auf dem Weg zu Lager III waren und gaben ihnen per Funk den Wetterbericht durch. Für sie bedeutete dies, ihren Gipfelsturm aufgeben zu müssen. Sie waren also denkbar schlecht drauf.

Ein total durchgebrannter Australier aus der Mannschaft der Kanadier, den wir auf der Route überholten, weil er sich nur noch sehr langsam bewegte, ließ sich trotz eindringlicher Mahnungen nicht abbringen weiter alleine aufzusteigen. Seit unserem Kontakt mit ihm hat ihn bis jetzt keiner mehr gesehen. Er hat nützlicherweise auch kein Funkgerät dabei. Für uns hieß es also nach einem mühsamen 1700m Aufstieg den sofortiger Abstieg- zumindest bis ins Lager I. Bei Dämmerung erreichten wir endlich Lager I auf 5700m und es fing auch schon an zu schneien. Heute morgen waren wir völlig eingeschneit, 30cm im Lager I bedeutet einen halben Meter im Lager II. Es war die richtige Entscheidung. Wir sind jetzt wieder ins Basislager abgestiegen, was von Lager I schon schwierig war. Totaler „White Out“ und heftiges Schneetreiben machte es schwierig, die richtige Route zu finden. Aber Nicola, unsere Berggams, findet den Weg immer.

Wir hoffen die Kanadier schaffen es runter von Ihrem Lager auf fast 7000m. Den Australier hat niemand mehr gesehen, keiner weiß wo er steckt. So einen bescheuerten Typen hab ich noch nie gesehen. Er hat seit einer Woche Keuchhusten und säuft den ganzen Tag Schnaps. Wenn er gut drauf ist, prügelt er sich mit seiner Mannschaft oder mit den Nepalesen. Keine Ahnung, was in ihm vorgeht, aber keiner hier scheint ihn zu mögen.



Es herrschen also etwas chaotische Verhältnisse hier am Manaslu. Trotzdem halten wir an unserem Plan fest und werden am Freitag Abend die Speedbegehung starten, falls das Wetter unseren Plan nicht wieder ändert.

Euch viel Spaß auf dem Oktoberfest, haltet die Ohren steif,
Basti

BENEDIKT
Spurarbeit

23.09.2007 - Lager II

Die Kanadier sind auf dem Weg zum Gipfel. Wir wünschen Ihnen alles erdenkliche Gute, da sie sich den Gipfel sehr hart verdient haben. Sie haben durch oft tagelanges 'try and error' die Route durch den Eisbruch gefunden und größtenteils fixiert. So haben sie uns und den Schweizern viel Arbeit erspart. Auch wenn sich die Route ständig ändert. Kürzlich stürzte erst ein hochhaushoher Serak direkt vor den Schweizern um. Zum Glück viel er wenige Meter vor den Schweizern in eine riesige Spalte und wurde so größtenteils von dieser verschlungen. Die alte Route war somit unpassierbar und Mischu (Schweizer Bergführer) fixierte eine neue Route direkt durch die Spalte. Wir fühlen uns gut. Komischerweise spüre ich erst jenseits der 6.000 Meter Marke, wie viel Kraft wirklich in mir steckt. Die Spurarbeit hat mir hier oben fast Spass gemacht, da man endlich den Gipfel direkt im Auge hat und ihm mit jedem schweren Schritt näher kommt. Ich spüre wie sich das harte Training auszahlt und mein Körper darauf wartet seine Leistung abzurufen. Das Training in den Alpen hat erst nach 3.000 Höhenmetern richtig angefangen. Dann fängt es an zu schmerzen und jeder weitere Höhenmeter wird nur noch durch deinen Willen gesteuert. Irgendwann fängt es an Spass zu machen sich selbst zu besiegen und jede Trainingseinheit wird einfacher. Oft habe ich absichtlich wenig zu trinken und nichts zu Essen mitgenommen, um möglichst lange mit wenig auszukommen. So habe ich heute um 6.00 Uhr morgens einen Riegel gegessen und konnte ohne Hungergefühle 12 Stunden Leistung bringen. Den anderen geht es ähnlich und ich merke wie sich in uns ein starkes Selbstbewusstsein für den Speedtag aufbaut. Ich spüre, dass wir nicht nur körperlich, sondern auch mental reif für diese Prüfung sind.

In den schlimmen Nächten im Hochlager liege ich oft stundenlang wach und packe gedanklich meinen Rucksack für den Tag X. Ein 20 Liter Rucksack für knappe 3.300 Höhenmeter zu einem 8.163m hohen Gipfel - die meisten würden uns für verrückt erklären. Wir können alles bedienen ohne den Rucksack auszuziehen. Eine extra Steigeisentasche ist unten angebracht. Die Skiaufhängung funktioniert innerhalb von Sekunden per Gummizug. 4 Liter Trinken müssen für den Speedtag reichen. 2L im Camelbag und nochmal 2 L in Flaschen. 20 Powergels von Powerbar ist alles was wir an Nahrung dabei haben. Alle 45 Minuten eins und es geht wieder aufgetankt weiter. Des weiteren eine superleichte Daunenjacke mit dem Packmaß einer Coladose. Die Gore-Tex Pro Shell Jacke für oben drüber ist auch mit minimalem Packmaß im Rucksack. Ein paar Daunenhandschuhe zum drüberziehen im Notfall, da wir mit allen Fingern wiederkommen wollen. Mehr will ich nicht dabei haben. Da ich an den Beinen unempfindlich bin, muss die Flexpant mit Windstopper Unterwäsche reichen.
Oben drüber ein Windstopper- Shirt und eine leichte Softshell Jacke drüber.

Alles oder nichts... ich freu mich drauf.
Benedikt

BENEDIKT
Eiswand

22.09.2007 - Basecamp

Grüzi,

am Donnerstag brachen wir wieder Richtung Lager I auf, um dort zu schlafen.
Tags darauf ging es um ca. 07.00 Uhr in den Gletscherbruch Richtung Lager II.
Es war sehr neblig und die Orientierung schwierig. Da die Schweizer auf 6200 Metern die Nacht verbracht hatten, fanden wir bis dort hin eine gute Spur.
Gemeinsam spurten wir dann mit Mischu, dem schweizer Bergführer, bis auf eine Höhe von 6600 Metern in die große Nordostflanke unterhalb des Gipfels. Der Hang war uns zu sehr den Schnee- und Eislawinen ausgesetzt, deshalb stiegen wir auf 6400 Meter ab und errichteten hier unser Lager II. Die Flanke sah für ein Skifahrer-Herz traumhaft aus. Links der Normalroute ist ein wunderschönes Face, das ich wahnsinnig gerne mit Skiern versuchen würde. Auch Beni und Nicolas sind begeistert. Die weitere Aufstiegsroute sieht gut aus. Etwas problematisch wird noch das letzte Stück der Flanke bis auf die Schulter (ca. 7400m) des Manaslu, da sie steil ist und von großen Seracs bedroht wird. Die Schweizer wollen durch die technisch einfache, aber serac- gefährdete Zone. Die Kanadier werden wahrscheinlich die steilere aber sicherere Variante nehmen. Einmal auf der Schulter des Bergriesen angekommen, geht es darum weitere 760 Höhenmeter in der Todeszone aufzusteigen.
Ein Kampf mit dem Berg und mit sich selbst, immer weiter gehen, einen Schritt vor den anderen. Die Zeit verschwimmt und die Wahrnehmung verändert sich. Ein berauschendes Gefühl mit einer intensiven Mischung aus extremen Glück und absolutem Schmerz. Wirklich nicht angenehm, aber trotzdem unbeschreiblich gut. Ein I-Pod mit "Offspring" im Ohr ist hier wirklich hilfreich.
Wir hoffen, dass wir am "Speed-Tag" mit Skiern auf der flachen Schulter gut vorankommen. Während wir unsere Zelte aufbauten sahen wir die Schweizer noch ihr Lager aufstellen- auf 6700 Meter unterhalb eines Seracs. Sie waren schon drei Nächte auf über 6300m und scheinen etwas angeschlagen.
Für uns war es noch zu früh, um so hoch oben zu schlafen, also hieß es schnell wieder runter, die 1700m bis ins Basislager. Cheduk, unser Koch wartete schon mit einer frisch geschlachteten Ziege. Leider ersetzt die Ziege aber nicht das erste Helle zum "Wies´n-Anstich". Während ich diese Zeilen schreibe telefoniert Beni gerade mit unseren Freunden, die bei den Boehms im Garten den Start des Oktoberfests feiern. Mit einen feuchten Auge höre ich ihn im Hintergrund mit den Buam und Madlen sprechen.

Wir haben wegen der Wies´n unseren Plan etwas getrimmt und geben Gas. Das heißt, wir gehen morgen auf Lager I, übermorgen auf Lager II und bleiben dann zwei Nachte auf über 6400m, um uns komplett zu akklimatisieren. Nach zwei Ruhetagen im Basislager wollen wir dann denn 24-Stunden-Gipfelsturm in Angriff nehmen. Wir tun dies selbstverständlich nur um vor Ende der Wies´n nach Hause zu kommen. Es kann nicht sein, dass wir das Oktoberfest und unsere Freunde verpassen.

Also, denkt an uns und drückt uns die Daumen damit wir alle noch zusammen auf der Wies´n feiern können.
Ein Prosit der Ungemütlichkeit!
See you soon, Basti

BASTI

19.9.2007 - Lager II - 6.500m

Zurück im Basecamp packen wir die restlichen Sachen zusammen, die wir morgen für das Lager II brauchen werden. Die nächsten Tage werden wir damit verbringen das Lager II auf 6.500m aufzubauen und einzurichten. Wir werden also noch keine Nacht dort verbringen. Gestern erzählten uns die nepalesischen Hochträger der Schweizer, dass sich kurz überhalb von Lager II eine riesige, unüberwindbare Spalte geöffnet hat. Das Baby (Nicolas) freut sich schon in die Spalte hineinzuklettern und diese mit Hilfe von einer 'Monkey Bridge' (3 Seile über die Spalte gespannt) passierbar zu machen. Er wird dabei sicher etwas mehr schnaufen als bei ähnlichen Aktionen in Chamonix...

Wir werden erst nach einem weiteren Ruhetag im Basecamp im Lager II maximal zwei Nächte verbringen. Von dort aus werden wir dann bis ca 7.200m aufsteigen um uns vollständig für die Speed Begehung zu akklimatisieren. Auf Lager II werden dann auch endlich unsere neuen Manaslu Ski Powder unterm Belag spüren. Verdammt breit, abe9.r auch sehr leicht sind unsere Hübschen. Genau richtig für die schwierigen Schneeverhältnisse hier. Sie walzen einfach alles vor einem nieder und drehen leicht ohne viel Anstrengung. So stelle ich mir Chopper-Fahren vor. Ich sehne mich dem Tag der Speed Begehung entgegen. Zu Hause stehe ich grundsätzlich unter Vollstrom und hier hat man zu viel Leerlauf. Vielleicht ist es auch nicht schlecht einmal im Jahr runterzukommen, zu reflektieren und sich neu zu sortieren ohne jegliche Störungen oder Einflüsse von Aussen. Fast zurück in die Steinzeit. Wenn alles nach Plan läuft, können wir früher als kalkuliert unsere Mission hier abschließen. Allerdings gibt es an einem 8.000er keinen fixen Plan.
Besonders hier wo es innerhalb von einem Tag mehrmals donnert, stürmt und schneit und einem dann zwischendurch wieder die Sonne mit über 30 Grad den Schädel aufbrennt. So arbeiten wir auch nur noch nach dem flexiblen Schichtenprinzip. Wenn es Wolkenfrei ist, haben wir nur eine dünne Hose und ein Shirt an. Wenn dann das Wetter wieder mal binnen Minuten umschlägt, packen wir schnell 2-3 von Dynafit speziell entwickelte Leichtgewichts-Lagen aus dem Rucksack. Abschließend das neue Gore-Tex Pro Shell, welches uns bereits letztes Jahr am Gasherbrum II gegen Wind und Wetter sehr gute Dienste erwiesen hat. Alle technischen Handgriffe dürfen nicht länger als Sekunden dauern. Umziehen, Steigeisen an/aus, Skier an den Rucksack, Felle ab, Pickel rein/raus, etc.

Am Speedtag werden wir mindestens 24h stabiles Wetter brauchen um den Gipfel vom Basecamp aus zu erreichen. Im Notfall wird uns bei schlechten Wetter das GPS den Weg nach unten weisen.

Ich bin zuversichtlich, dass die Götter des Himalya 18h die Wolken für uns vertreiben werden...
Benedikt

BENEDIKT
Basecamp
Camp II

18.9.2007 - Hallo Leute,

gestern haben wir die ersten Schwünge auf über 5500 Metern runtergezogen. Jo! Ein gutes Gefühl mit dem fetten Manaslu-Skiern. Der Schnee war zwar nicht sehr gut, aber oberhalb von 6000 Metern hat es 60 - 70cm Neuschnee runtergelassen. Da freu ich mich jetzt schon drauf! Die erste Nacht auf Camp 1 (5700 Meter) war nicht die beste meines Lebens. Zehn Minuten Schlaf mit Nonstop-Alpträumen, unterbrochen von heftigem Atemringen.
Heute morgen war ich völlig ausgesaugt. So muss es sich anfühlen, wenn man über 80 Jahre alt ist. Um 07.00 Uhr ging es dann los Richtung Camp 2.

Nach einer halben Stunde Aufsteigen kamen meine Lebensgeister zurück und ich hatte meine Energie wieder. Wir schleppten unsere Skier durch den Eisbruch bis auf 6100 Meter- bis zu einem kleinem Camp welches drei durchgeknallte Kanadier, ein Portugiese, ein Neuseeländer und ein Australier aufgebaut haben. Sie sind schon drei Wochen hier und ständig in dieser Höhe.
Da sie die Ersten in der Saison waren, mussten sie die Route finden. Echt mühsam und anstrengend. Sie haben jetzt schon sieben Nächte auf über 6000 Metern verbracht und so ist die Mannschaft schon etwas dezimiert. Der Australier kann wegen seines Reizhusten nicht mehr sprechen, ist aber der Meinung, er könne morgen wieder aufsteigen. Der Neuseeländer wankte gestern wie ein Besoffener den Gletscher hinunter. Der Portugiese ist sehr stark, stieg aber gestern auch sehr angeschlagen ins Basislager ab.
Nur die drei Kanadier sind noch oben unterwegs und haben ein Lager auf 6800 Metern aufgebaut. Die Route ist wegen dem wenigen Schnee anspruchsvoll. Viele Spalten und steile, teilweise senkrechte Eispassagen. Aber bis auf eine Stelle alles befahrbar.

Wir waren müde und die Sonne war trotz Nebel sehr stark. Auf 6100 Metern legten wir ein kleines Depot an, dann seilten wir uns wieder ab zu Camp 1, wobei sich eine Eisschraube von den Fixseilen der Kanadier löste. Das Seil war weiter oben mit einem großen Firnschwert gesichert, trotzdem ein komisches Gefühl wenn man drei Meter in Richtung schwarze Riesenspalte fällt. Von Camp 1 waren wir in einer Stunde wieder im Basecamp (im Aufstieg 5 Stunden).

Hier unten auf 4900m ist das Leben so viel angenehmer. Wie schön muss es jetzt irgendwo am Strand sein???

Der Berg ist riesengroß und die Laufstrecken sind endlos. Trotzdem freue ich mich auf die Hänge oberhalb von 6000 Metern mit jeder Menge frischem Schnee.

Ich hoffe Euch geht´s gut und Ihr verfolgt manchmal unser Abenteuer, auch wenn unserer Mails nicht jeden Tag hier rausgehen (wir hatten mit vielen verschiedenen Problemen zu kämpfen).

Genießt Euren Tag, bis morgen!


BASTI

15.9.2007 - Lager 1

Heute sind wir zum ersten Mal ins Lager 1 auf 5700 Metern aufgestiegen und haben unsere Zelte aufgestellt. Basti und mir ging es sehr gut. Auch Hubert ist durch seine Expedition zum Broad Peak im Frühjahr bereits bestens akklimatisiert. Nur Nicolas hat nach wie vor mit der Höhe zu kämpfen. Wobei er keine Anzeichen der Höhenkrankheit hat, sondern einfach nur ziemlich k.o. ist. Wir müssen sehen, wie sich sein Zustand weiterhin entwickelt. Morgen werden wir noch mal ins Lager 1 aufsteigen und dann auch zum ersten Mal dort schlafen. Je nachdem wie wir uns fühlen, werden wir dann auch schon Richtung Lager 2 schauen.

Wir schicken Euch liebe Grüße in die Heimat!
Speed Up,
Basti und Beni


BASTI und BENEDIKT

13.9.2007 - Basecamp

Heute haben wir uns endgültig im Basecamp auf 4900 Meter eingerichtet. Der Manaslu steht genau vor uns und der Urlaub ist jetzt vorbei. Ab jetzt sind wir voll auf uns gestellt und haben keine Hochträger mehr oder sonstige Hilfe.
Wir verstehen uns mit der Kari Kobler Expedition, bestehend aus 7 Schweizern sehr gut. Durch die Bank ausgesprochen nette Kerle und ich bin mir sicher, dass wir sehr gut am Berg zusammenarbeiten werden. Die andere kanadisch-neuseeländische Expedition schaut teilweise etwas abgekämpft aus. Sie halten hier seit 2 Wochen alleine die Stellung und haben sehr gute Arbeit im Eisbruch- zwischen Lager 1 und 2- geleistet. Ihre Gesichter erinnern mich etwas an die Soldaten von Stalingrad. Uns geht es zum Glück sehr gut. Hubert Rieger, unser Kameramann aus Österreich ist uns mit seiner coolen und souveränen Art bereits sehr ans Herz gewachsen. Nicolas mit seinen 22 Jahren überrascht mich immer wieder. Man sieht es dem kleinen Franzosen nicht an, dass er einer der schnellsten und erfolgreichsten Skibergsteiger ist und zudem der jüngste Bergführeranwärter Frankreichs. Ich kenne wirklich niemanden, der sich so elegant am Berg bewegt. Außer Basti. Er legt wie immer einen unbrechbaren Willen und Energie an den Tag. Man sieht ihm förmlich an, wie sehr er sich schon auf das Leiden und die Ski-Steilflanken am Manaslu freut. Wenn ich den Gipfel des Manaslu sehe, spiele ich in Gedanken schon die Speedbegehung durch. In den letzten 12 Monaten haben wir harte 300 000 Höhenmeter für diesen Berg trainiert. Meistens haben wir früh morgens oder spät am Abend trainiert, immer wieder mit derselben Motivation: 3300 Höhenmeter direkt vom Basecamp bis zum Gipfel durchzuziehen. Es wird auf jeden Fall unsere größte sportliche Herausforderung werden. Der Kreuzgang der Superlative. Während ich diese Zeilen schreibe merke ich, wie sich angenehmes Adrenalin in meinem dicken Blut staut. Allerdings wissen wir auch, dass diese Speedbegehung überhaupt erst möglich ist, wenn wir gesund bleiben, das Wetter hält und wir es schaffen im Vorfeld zwei schnelle Linien zum Gipfel zu ebnen. Jetzt freue ich mich auf eine weitere schlaflose Nacht im Basecamp mit viel i-pod hören.

Ich hoffe es geht Euch allen gut,
Euer Beni


BENEDIKT
Sama Valley

12.9.2007 - Zwischenlager auf 4100 Meter

Wir haben uns nun doch entschlossen, noch einen Zwischenstopp auf 4100 Meter einzulegen, damit wir nicht gleich eine Horrornacht im fast 5000 Meter hohen Basislager verbringen müssen. Unsere Küchenmannschaft, unser Sirdar und der LO (der wie eine Leiche bis ins Basislager wankte) sind trotz Warnung oben geblieben. Da das ganze Gepäck schon oben ist, bewegen wir uns leicht, nur mit Zelt, Schlafsack und Isomatte. Wir sitzen also heute immer noch im Grünen, essen Brot und Speck und machen Urlaub. Der Blick von unserem kleinen Zwischenlager an einem Steilhang ist wirklich abgefahren. Ich sitze am Laptop und 400 Meter vor mir, am gegenüberliegenden Hang, schiebt sich ein riesiger Gletscher runter, an dessen Ende alle 10 Minuten bis zu 80 Meter hohe Eistürme umfallen. Wenn ich den Kopf nach links ins Tal drehe sehe ich das wunderschöne Hochtal von Sama mit einem großen Gletschersee vor der Endmuräne. Wir sind alle begeistert.
Gleich werden wir nochmal ins Basislager aufsteigen und uns die Bäuche vollschlagen, dann aber wieder absteigen um in unserem romantischen Zuhause eine letzte Nacht zu verbringen. Morgen richten wir uns endgültig häuslich ein im Basislager. Die neuen Manaslu Skier warten bereits perfekt prepariert und gewachst im Basislager...

BASTI und BENEDIKT

11.9.2007 – 15.30 Uhr Ortszeit München

Wir melden uns heute noch einmal aus dem landschaftlich wunderschönen Sama auf 3400 Meter, wo wir die letzen beiden Tage verbracht haben. Ganz anders als am Gasherbrum II ist es hier unten eine tolle Vegetation, es ist alles sehr grün und überhaupt viel lieblicher als in Pakistan. Außerdem haben wir den direkten Blick auf den weißen Gipfel des Manaslu, von dem uns noch 4700 Höhenmeter trennen.
Gestern haben wir eine schöne Akklimatisierungstour zu den bereits angekündigten heißen Quellen unternommen, die wir natürlich nicht gefunden haben- wahrscheinlich gibt es sie gerade auch gar nicht. Es ist unglaublich, wie die Menschen hier noch leben, man kommt sich vor wie in die Steinzeit zurückversetzt.

Heute sind wir zum ersten Mal ins Basecamp auf 4900 Meter aufgestiegen (1500 Höhenmeter), begleitet von 40 Trägern, die unser Equipment hinaufgetragen haben. Wir haben einen super Platz gefunden, wo wir uns für die nächsten Wochen einrichten werden. Im Basecamp ist momentan noch eine weitere Expedition, bestehend aus drei Kanadiern, einem Australier, einem Portugiesen und einem Neuseeländer. Sie waren alle super nett, allerdings schon leicht frustriert, da es dieses Jahr am Manaslu überraschenderweise wenig Schnee gibt. Das ist einerseits ein Vorteil, weil das Lawinenrisiko viel geringer ist, andererseits  wird dadurch der Gletscherbruch zwischen Lager 1 und Lager 2 zu einer echten Herausforderung, denn die Spalten sind alle offen und man kann nicht einfach „drüberspazieren“ .
Dennoch ist die Stimmung super, wir haben uns während des Aufstiegs so fit wie noch nie gefühlt und mussten die Träger tatkräftig unterstützen, da sie schon total am Ende waren und nicht mehr bis zu dem von uns ausgesuchten Platz gehen wollten- also hieß es mit anpacken!
Morgen werden wir ein zweites Mal aufsteigen und auch schon zum ersten Mal oben schlafen. Es ist leider nicht möglich, auf halber Strecke ein Zelt aufzustellen- der Weg ist einfach zu steil. Im Basecamp werden wir uns dann erst mal 2-3 Tage einrichten und relaxen.

Noch mal kurz zu unserem Team, denn außer uns gibt es noch vier weitere Leute, die uns tatkräftig unterstützen und die wir euch gerne vorstellen möchten:

Chiduk- unser Chefkoch, der uns mit lokalen Köstlichkeiten verwöhnt, wir hatten noch nie so gutes Essen auf einer Expedition. Das wird sich hoffentlich bezahlt machen.
Omraz- Küchenassistent, der Chiduk tatkräftig unterstützt und immer um unser Wohl bemüht ist.
Angpori- er ist unser Führer vor Ort und ist wahnsinnig engagiert. Er koordiniert die Träger, übersetzt und managt unserer komplette Anreise. Sehr kompetent und eine super Unterstützung.
Aladin (von uns so getauft)- er ist der „Liason Officer“, ein Buchhalter der Regierung und er ist zum ersten Mal in so einer Höhe und fühlt sich gar nicht gut. Von der Statur her ist er ein ganz kleines Würstchen und wir haben schon Angst, dass er diesen Trip nicht überlebt....wir halten euch auf dem Laufenden J

Fazit: Es ist alles traumhaft gelaufen bis jetzt. Wir sind gesund und fit uns können es kaum erwarten, den Manaslu zu bezwingen!
Speed up!


BASTI und BENEDIKT
Helikopter

09.09.07 - Nepal, Sama 3390m

Wir hoffen Euch in München, Deutschland und dem Rest der westlichen Welt geht es gut.

Bei uns gab es ein paar Planänderungen. Da die nepalesische Armee gestern eine Übung startete, konnte sie den vereinbarten Termin für den Helikopter nicht einhalten und wir mussten eine Alternative finden. Deshalb sind wir mit einer privaten Firma von Pokhara aus mit einem ehemaligen Helikopter der russischen Armee ins Manaslu-Valley bis ins letzte Dorf (Sama 3390m) geflogen und konnten so unseren Zeitplan doch noch einhalten.

Die Leute aus Sama sind ein altes Bergvolk und die Kinder interessieren sich sehr für uns. Ursprünglich kommen sie aus Tibet, leben aber schon seid 15 Generationen hier. Die Bräuche und die Sprache sind tibetisch, aber die Nationalität ist nepalesisch. Wir fühlen uns hier sehr wohl und die Menschen sind sehr nett und warmherzig. Uns schockte nur der Anblick von mehreren Wilderern, welche 5-6 Felle von dem ohnehin weltweit bedrohten Schneeleoparden in einem Hinterhof ausbreiteten. Hier schaut es wunderschön aus und es fühlt sich alles an wie in einer sagenumworbenen Tibetischen Traumwelt. Unsere beiden Spitzenköche zaubern für uns unwahrscheinlich gutes Essen. Das hatten wir noch nie auf Expedition.

Es ist die Ruhe vor dem Sturm, denn nur ein Tagesmarsch entfernt liegt das Basecamp des Manaslu in Eis und Schnee. Der Monsun hat uns heute Nacht nochmal seine Stärke gezeigt und am Manaslu bedeutet allein dieser gestrige Regenguss mehr wie einen Meter Neuschnee. Wir haben unser Lager in Sama auf 3390m errichtet. Die erste Nacht auf dieser Höhe war anstrengend - jetlag eingerechnet.

Heute war auspannen angesagt, wir sind ja schließlich im Urlaub. Nach einer kleinen Wanderung besuchten wir ein kleines Kloster. Der beeindruckende tibetische Mönch empfing uns freundlich uns betete eine Stunde für uns und den Aufstieg auf den Gipfel des Manaslu. Er wünschte uns viel Glück und verabschiedete uns mit den Worten "Lha Gyelo" ("mögen die Götter den Aufstieg erlauben"). Wir werden hier drei Nächte lang bleiben und uns mit kleinen Trekkingtouren langsam akklimatisieren. Morgen wollen wir zu heissen Quellen auf 4000m aufsteigen, wenn wir den Weg finden. Bis bald und vergesst uns nicht.

Namasté!


BASTI und BENEDIKT

08. 09. 2007 - Telefonat

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BASTI
Manaslu Team
Viel trinken!!!
Kleine Menschen

07. 09. 2007 - Endlich in Nepal!!!

Nach einer schlaflosen Flugzeugnacht sind wir gut in Kathmandu mit dem kompletten Equipment angekommen.
Die Stadt ist voll und eng, dennoch viel sauberer als wir dachten (vielleicht auch durch den Monsum der alles wegspühlt). Sehr liebe und hilfsbereite Menschen alle hier, Verkehr ist pures Chaos für einen Europäer. Auf einer normalen Hauptstrasse mit einem Fahrstreifen fahren sechs Autos und Busse nebeneinander und zusätztlich Motorräder und Rikschas. Hupen fällt nicht auf.

Heute werden alle wichtigen Termine in Kathmandu erledigt, damit wir direkt morgen in den Himalaya starten können:
Besuch bei Regierung wegen Formalitäten für Besteigungserlaubnis für Manaslu erledigt 1000kg Material für unsere kleine Manschaft vor Ort bereits gecheckt und gepackt
Gespräch mit Elisabeth Howley (offizielle Buchführung Himalayabergsteigenin Nepal)
Morgen Abflug Militär-Hubschrauber gemeinsam mit Licence Officer (LO), einem Local Guide, unserem Koch und kompletter Ausrüstung direkt nach Sama auf 3390m im Manaslu-Valley. Dort drei Tage akklimatisieren, dann vorrausichtlich Montag oder Dienstag ins Manaslu-Basecamp auf 5000m.
Jetzt noch eine Runde planschen im Hotel-Pool (Shangri-La). Etwas runterkommen, gut essen und schlafen.

Euch noch ein schönes Wochenende und bleibt drann, Ihr seid live dabei...

Sebastian Haag

24. 08. 2007 - Erster Tagebucheintrag

Der Name Manaslu bedeutet übersetzt nicht umsonst auch “Geisterberg“ oder „Berg der Seele“. Denn die auf dem Gipfel thronende Gottheit „Kambung“ ist dafür bekannt, mittels Wetterumschwüngen, Lawinen und Eisschlägen nur wenige Bergsteiger in ihr Reich zu lassen. Erstmals gelingt es einer japanischen Expedition nach vier Jahren zähen Ringens am 9. Mai 1956 als erste Menschen auf dem Gipfel des 8163 Meter hohen Manaslu zu stehen. Im Jahr 1981 fahren zwei Österreicher zum ersten mal mit Skiern von 8125 Metern ab.
Noch heute gilt der Manaslu aufgrund des häufig schlechten Wetters und seiner großen Lawinengefahr als einer der wenig erschlossenen und gefährlichsten Berge der Welt.

"Genau deshalb haben wir uns den Manaslu als Ziel ausgewählt. Wir wollen ihn in unserer Paradedisziplin, dem „Speed-Stil“ bewältigen. Das bedeutet, vom Fuss des Berges zu starten und dann nonstop und mit minimaler Ausrüstung den Gipfel zu erreichen– und das natürlich so schnell wie möglich. Wir vertrauen dabei auf unsere größte Stärke, nämlich unsere kompromisslosen Skiabfahrten im Anschluss an den Gipfelerfolg, die unsere Speed-Aktionen zum einen erst möglich machen, und zum anderen besonders auszeichnen. Die Ski immer mit im Gepäck haben wir es uns zum Ziel gesetzt, nach weniger als 24 Stunden wieder am Fusse des Berges zu stehen. Für eine normale Besteigung des Manaslu benötigt man fünf bis sieben Tage, da Hochlager eingerichtet werden müssen und der Berg somit in mehreren Tagesetappen bewältigt wird.

Im ersten Moment mag die Kombination aus 'full speed' im Aufstieg und noch mehr Speed mit Skiern in der Abfahrt radikal erscheinen, was es auch ist. Wir müssen uns auf diese extrem harte Belastung körperlich und mental sehr lange und intensiv vorbereiten. Tatsächlich aber minimieren wir auf diesem Weg auch unser Risiko erheblich. Wir verkürzen unseren Aufenthalt in der Todeszone von mehreren Tagen auf nur einen Tag und brauchen somit ein viel kürzeres „Gut-Wetter-Fenster“, was an diesem Berg entscheidend sein kann.
Wir müssen keine Nächte auf kräftezehrenden Hochlagern in der Todeszone verbringen. Mit unseren Skiern können wir uns extrem schnell bewegen und wenn es hart auf hart kommt, sind wir innerhalb von wenigen Stunden vom Gipfel bis ins Basecamp abgefahren. Nichts desto Trotz - eine Skiabfahrt von einem 8000er ist einfach eine ganz besondere Herausforderung.

Wichtig ist es uns, die Speedbegehungen ohne Fremdhilfe und ohne künstlichen Sauerstoff zu bewältigen. Wir benützen bestehende Fixseile und müssen uns unbedingt ausreichend akklimatisieren, denn unser Vorhaben erfordert körperliche Höchstleistung und eine Skibefahrungen von einem 8000er erfordert viel Erfahrung. Nicht nur die eintretende Erschöpfung in der Höhe, sondern Steilpassagen, lawinenträchtige Hänge, Eisplatten und Gletscherspalten schrecken viele Extremskifahrer von so einer Unternehmung ab.

Wir werden regelmäßig Updates von unseren Erfahrungen am Manaslu über das Satellitentelefon verschicken - also bleibt dran."

Benedikt Böhm
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